Nach vier Siegen in vier Spielen unter Interimstrainer Philipp Grenigloh setzt der Verein vom Heikenberg auf eine interne Lösung und auf die eigene Jugend.
Bei Blau-Weiß Alstedde ist die Trainerfrage geklärt, und zwar mit einer Lösung aus den eigenen Reihen. Ab Mittwoch übernimmt Ersin Ekiz, seit drei Jahren Trainer der Alstedder A-Jugend, die erste Mannschaft. An seiner Seite stehen Co-Trainer Jule Bednorz und Torwarttrainer Udo Distelmeyer. Ekiz besitzt die UEFA-A-Lizenz und hat bereits höherklassig gearbeitet: Er trainierte die Frauen des VfL Bochum in der 2. Bundesliga und die Frauen von Berghofen in der Regionalliga. Für einen Kreisligisten ist das ein bemerkenswerter Coup.
Ekiz übernimmt ein Team im Aufwind. Nach der Trennung von Hasan Ekici hatte Torwarttrainer und Kassierer Philipp Grenigloh die Mannschaft interimsweise betreut, und die Bilanz kann sich sehen lassen: vier Spiele, vier Siege, 21:4 Tore. Auf das 9:0 bei Preußen Lünen folgten ein 4:3 in Hohenheide, ein 4:0 in Heeren und am vergangenen Sonntag ein 4:1 in Bausenhagen, alle vier auswärts. Alstedde ist damit Tabellendritter der Kreisliga A mit 27 Punkten. Der Rückstand auf Spitzenreiter Westfalia Wethmar ist auf fünf Zähler geschrumpft.
Viel Zeit zum Ankommen bleibt dem neuen Trainerteam nicht. Am 8. November geht es zum Tabellenvierten SuS Oberaden, eine Woche später kommt der Fünfte FC Overberge an den Heikenberg. „Ich übernehme eine Mannschaft, die fit ist, Charakter hat und zuletzt gezeigt hat, was in ihr steckt“, sagt Ekiz. „Philipp hat hervorragende Arbeit geleistet. Jetzt wollen wir in diesen zwei schweren Spielen nachlegen und oben dranbleiben.“
Ein Vorteil: Ekiz muss sich nicht erst einarbeiten. Einige Spieler, die heute schon in der ersten Mannschaft stehen, hat er selbst in der Jugend trainiert. „Ich kenne viele dieser Jungs seit Jahren, manche habe ich schon in der A-Jugend gecoacht, und jetzt spielen sie bei den Senioren“, sagt Ekiz. „Das zeigt, dass der Weg funktioniert.“
Bis zur Winterpause betreut Ekiz die A-Jugend parallel mit seinem bestehenden Team weiter. In dieser Zeit sucht der Verein einen Trainer aus Alstedde, der mit der U19 den nächsten Schritt geht, damit die A-Jugend weiter überkreislich spielt und sich entwickeln kann. „Die A-Jugend liegt mir am Herzen“, betont Ekiz. „Ich übergebe sie erst, wenn wir jemanden gefunden haben, der mit den Jungs den nächsten Schritt geht.“
Damit das gelingt, setzt Alstedde ein klares Zeichen: Alle Spieler des älteren A-Jugend-Jahrgangs werden ab sofort für den Seniorenbereich gemeldet. So hat der Verein größtmögliche Flexibilität, und die Talente können sich in der ersten Mannschaft genauso entwickeln wie in der zweiten Mannschaft von Trainer Alex Wiegers.
Begeistert von der internen Lösung zeigen sich der Sportliche Leiter Bene Kuhne und Philipp Grenigloh. Für beide ist die Personalie ein Beleg dafür, dass Alstedde seinen Weg konsequent weitergeht: auf die eigenen Leute setzen und die eigene A-Jugend stärken. Kuhne gibt dabei auch die sportliche Richtung vor: „Wir wollen nicht um die goldene Ananas spielen. Im Winter werden wir uns gezielt verstärken, um den Druck nach oben maximal aufzubauen.“
Auch der Erste Vorsitzende Manfred Ungethüm ist überzeugt: „Wir mussten nicht lange suchen, die beste Lösung war schon im Verein. Mit Ersin haben wir einen Trainer mit höchster Qualifikation, der unsere Jugend kennt und Alstedde lebt. Mein Dank gilt Philipp, der in einer schwierigen Phase eingesprungen ist und die Mannschaft auf Kurs gebracht hat.“
Ungethüm sieht darin auch ein Signal über die Vereinsgrenzen hinaus: „Wir zeigen, dass man im Lüner Amateurfußball mit eigener Jugendarbeit, Zusammenhalt und Qualität etwas aufbauen kann. Junge Spieler aus Lünen und Umgebung sollen sehen: Bei uns bekommst du eine echte Perspektive, von der A-Jugend bis in die erste Mannschaft.“
Für den Lüner Fußball ist das eine gute Nachricht. Am Heikenberg arbeitet ein Trainer mit Erfahrung aus der 2. Bundesliga, mitten im Amateurfußball, und baut die Brücke zwischen Jugend und Senioren. Die Ziele sind klar: oben angreifen, die eigenen Talente entwickeln und Alstedde zu einer festen Adresse für junge Fußballer in der Region machen.










